Pastorin Dr. Franziska Ede
Sprechzeiten nach Vereinbarung
Mühlenstr. 6
34355 Staufenberg-Uschlag
Kirche Escherode
Der Kirchbau wird 1425 erstmals im Decanat Ditmelle (Kassel Ditmold) erwähnt, der Massivbau des Kirchengebäudes dürfte lauf Angaben 1684 erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich ist auch in diesem Zusammenhang der Fachwerkaufbau des Turmes realisiert worden, es fehlen jedoch die notwendigen Quellenangaben aus dieser und nachfolgender Zeit. Erst ab 1720 kann man anhand von Unterlagen über das Kirchengebäude und den Turm berichten.
Küsterin Escherode: Frau Carmen Arndt
Kirche Nieste
Küsterin Nieste: Frau Esther Kretz
Kirche Nienhagen
Die jüngste Kirche in unserer Kirchengemeinde wurde 1869 erbaut und ist von Fachwerkhäusern umgeben. Im Inneren befindet sich ein Taufstein aus dem Jahre 1559.
Küsterin Nienhagen: Frau Daniela Gelbhardt
Kirchenvorstände
Der größte Teil der Mitglieder des Kirchenvorstands wird bei der Kirchenvorstandswahl alle sechs Jahre gewählt. Die Pastorin Frau Ede ist durch ihr Amt Mitglied. Zusätzlich zu den gewählten Mitgliedern muss mindestens eine Person in den Kirchenvorstand berufen werden.
Kirchenvorstände:
Frank Nienrodt, Nieste
Steffen Hofmann, Nieste
Esther Kretz, Nieste
Monika Nietmann, Dahlheim
Thomas Nietmann, Dahlheim
Britta Werner, Escherode
Imke Unverricht, Escherode
Karin Sommerfeld-Klöters, Escherode
Ronja Arndt, Escherode
Karsten Küllmer, Nieste
Kathia Schmidt, Nienhagen
Willi-Scarl-Haus
Vermietung des Ev. luth. Gemeindehauses
Willi-Scarl-Haus, in Nieste, Vor der Warte 14
Ansprechpartnerin Frau Kretz, Tel. 05543/2743
im Pfarrbüro Montags 10.00 – 12.00 Uhr und Mittwoch: 9.00-12.00 Uhr.
Friedhof Escherode
Ansprechpartner: Ansprechpartnerin Frau Kretz, Tel. 05543/2743
im Pfarrbüro Montags 10.00 – 12.00 Uhr und Mittwoch: 9.00-12.00 Uhr.
Hier finden Sie die Verordnungen vom Friedhof Escherode
Friedhof Dahlheim
Friedhof Nienhagen
Friedhof Nieste
Kirchengeschichte
Zur ev.-luth Mutterkirche Escherode/Dahlheim gehört die
Tochtergemeinde St. Anna Nieste (Hessen) und die Kapellengemeinde St. Elisabeth Nienhagen.
In den Jahren von 1853 - 1874 war Nieste schon selbständige Kirchengemeinde mit eigenen Pastoren.
1853 - 1856 Pastor Westphal
1857 - 1858 Pastor Bernhard
1859 - 1874 Pastor Seibert,
danach waren die Pastoren aus Escherode wieder für Nieste zuständig.
Escherode war ursprünglich mit Uschlag verbunden und wurde erst 1828 selbständige Pfarrei.
Der Kirchbau wird 1425 erstmals im Decanat Ditmelle (Kassel Ditmold) erwähnt, der Massivbau des Kirchengebäudes dürfte lauf Angaben 1684 erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich ist auch in diesem Zusammenhang der Fachwerkaufbau des Turmes realisiert worden, es fehlen jedoch die notwendigen Quellenangaben aus dieser und nachfolgender Zeit. Erst ab 1720 kann man anhand von Unterlagen über das Kirchengebäude und den Turm berichten.
Die Kirche bestand aus einem rechteckigen Langhaus mit später angesetzten fast quadratischen Strebpfeilern aus behauenem Sandstein und einem wesentlich älteren Turm an der Ostseite. Das Obergeschoss des Turmes besteht aus Fachwerk und wurde nach Süden und Westen hin wegen der Witterungseinflüsse mit Schieferbehang versehen. Ebenso verkleidet wurden der quadratische Glockenhelm und die Laterne als krönender Abschluss.
Der aus behauenen Sandsteinquadern aufgebaute Turm stammt offenbar als alter Zeit (900-1000) und diente wahrscheinlich früher als Wehrturm und Zufluchtsstätte der wenigen Dorfbewohner. An der Südseite kann man heute noch den damaligen Eingang - später zugemauert- erkennen. Später wurde auch das Kirchenschiff angebaut, welches einen wesentlich kleineren Vorgänger gehabt haben dürfte, sicherlich eine Kapelle mit saalartigem Schiff, deren Erbauungsjahr auch unbekannt ist.
Pastor/innen
Ab 1829 hat Escherode einen eigenen Pastor. Davor kam der Pastor aus Uschlag und betreute die hiesige Gemeinde.
1829 - 1852 Christian Ludwig Meyer
1852 - 1878 Heinrich August Julius Weiß
1879 - 1895 Dr. Friedrich Wilhelm Grotefendt
1896 - 1928 Heinrich Friedrich Wilhelm Reinecke
1929 - 1931 Hohann Ernst Friedrich Lindemann
1932 - 1944 Otto Ernst Heinrich Lücke
1945 - 1951 Joachim Flick
1952 -1960 Odo Heinrich
1961 - 1967 Kurt Nagel
1967 - 1969 Helmut Mönnich
1969 - 1990 Hans-Herrmann Achilles
1991 - 1996 Uwe Jens Sommer
1996 - 1998 Beate Gärtner
1998 - 2010 Ekhard Brandes
2011 - 2024 Gundula Albroscheit
2024 - Dr. Franziska Ede
Die Geschichte des Altars in Escherode
Johann Daniel Sarrazin
JOHANNES SARRAZIN wurde während der Kriegshandlungen in oder in der Umgebung
von Stade, wahrscheinlich um den 20. Mai 1632, geboren. Sein Vater brachte das Kind am
27. Mai in Altona zur Taufe. (Taufeintrag: hat Lodewig Sarasin, Capitain, sein Söhnlein taufen lassen
nahmens Johannes, testes sind gewesen Jean de la Ruelle, Daniel Sellon, undt Anna Brandt.) Die Paten waren Alteste der Reformierten Gemeinde, die Patin Anna Brandt war die Frau des Bürgermeisters von Hamburg.
Für die Zeit nach der Taufe fand sich jahrelang keine Spur des Kindes, möglicherweise lebte
es nach dem Tod der Mutter bei der Familie seines Paten Daniel Sellon, der Verwandte in
Glückstadt hatte und einige Jahre später von Hamburg nach Kopenhagen zog. Von diesem ist
mit Sicherheit auch d e r später v o n i h m verwendete zweite Vorname (Johann Daniel)
herzuleiten. Denkbar ist aber auch, daß das Kind zu einem lutherischen Pastor in Pension
gegeben wurde; jedenfalls wuchs es nicht in der neuen Familie seines Vaters auf. Erst Jahre
später gibt es wieder Spuren von ihm.
Durch einen Zufall fand sich in einem Kopfsteuerverzeichnis der Stadt Hannoversch Münden
der Eintrag Johann Daniel Sarrazin, ein Mahler zur Blume. Er lebte seit ca. 1680 mit seiner
Familie auf der Blume, damals eine Vorstadt von Münden. Seit 1686 besass er dort ein
ziemlich großes Haus. E r war mit Anna Catharina Schrader verheiratet und hatte drei Kinder:
1. Johann Christian (*um 1665 $1729 Bühne), 2. Johann Heinrich (*um 1667 $1741 in
Albshausen ), 3. Margarete (*1674 $1748 in Münden). Wo und in welchem Jahr die Kinder
geboren wurden, war trotz intensiver Suche nicht zu ermitteln. In einem komplizierten
genealogischen Verfahren konnte bewiesen werden, daß Johann Daniel der Vater des schon
lange bekannten Johann Christian Sarrazin war.
Johann Daniel hatte in der Braunschweig-Lüneburgischen Armee gedient, möglicherweise im
Cavallerie-Regiment von Offener oder von Oberst Friedrich Wiedemann. - Im Kirchenbuch Johann Daniel Sarrazin
JOHANNES SARRAZIN wurde während der Kriegshandlungen in oder in der Umgebung
von Stade, wahrscheinlich um den 20. Mai 1632, geboren. Sein Vater brachte das Kind am
27. Mai in Altona zur Taufe. (Taufeintrag: hat Lodewig Sarasin, Capitain, sein Söhnlein taufen lassen
nahmens Johannes, testes sind gewesen Jean de la Ruelle, Daniel Sellon, undt Anna Brandt.) Die Paten
waren Alteste der Reformierten Gemeinde, die Patin Anna Brandt war die Frau des
Bürgermeisters von Hamburg.
Für die Zeit nach der Taufe fand sich jahrelang keine Spur des Kindes, möglicherweise lebte
es nach dem Tod der Mutter bei der Familie seines Paten Daniel Sellon, der Verwandte in
Glückstadt hatte und einige Jahre später von Hamburg nach Kopenhagen zog. Von diesem ist
mit Sicherheit auch d e r später v o n i h m verwendete zweite Vorname (Johann Daniel)
herzuleiten. Denkbar ist aber auch, daß das Kind zu einem lutherischen Pastor in Pension
gegeben wurde; jedenfalls wuchs es nicht in der neuen Familie seines Vaters auf. Erst Jahre
später gibt es wieder Spuren von ihm.
Durch einen Zufall fand sich in einem Kopfsteuerverzeichnis der Stadt Hannoversch Münden
der Eintrag Johann Daniel Sarrazin, ein Mahler zur Blume. Er lebte seit ca. 1680 mit seiner
Familie auf der Blume, damals eine Vorstadt von Münden. Seit 1686 besass er dort ein
ziemlich großes Haus. E r war mit Anna Catharina Schrader verheiratet und hatte drei Kinder:
1. Johann Christian (*um 1665 $1729 Bühne), 2. Johann Heinrich (*um 1667 $1741 in
Albshausen ), 3. Margarete (*1674 $1748 in Münden). Wo und in welchem Jahr die Kinder
geboren wurden, war trotz intensiver Suche nicht zu ermitteln. In einem komplizierten
genealogischen Verfahren konnte bewiesen werden, daß Johann Daniel der Vater des schon
lange bekannten Johann Christian Sarrazin war.
Johann Daniel hatte in der Braunschweig-Lüneburgischen Armee gedient, möglicherweise im
Cavallerie-Regiment von Offener oder von Oberst Friedrich Wiedemann. - Im Kirchenbuch
von Barterode (Gemeinde Adelebsen, westl. von Göttingen) findet sich unter dem 6. Mai
1678 folgender Eintrag: Hat Johann Daniel Sarzin Fürstl. Lüneburg. Reiter ein todgebornes Söhnlein
begraben lassen.
Die Armee wurde 1679 abgedankt. Einige Soldaten konnten sich, wie Oberst Wiedemann in
Münden oder wie Johann Daniel, in der Vorstadt Blume niederlassen. In dem Mündener
Cämmerey-Manuale wird er Johann Daniel Sarzin genannt: die Namensschreibung nach Gehör
war damals nicht selten.
Nach Beendigung seiner wohl mehrjährigen Militärdienste widmete sich Johann Daniel, wie
die Quellen zeigen, völlig anderen - künstlerischen - Aktivitäten. Hierzu müßen eine frühere
Ausbildung und auch besondere Fähigkeit und Begabung den Weg geöffnet haben.
Für die kleinen Gemeinden in der Umgebung von Münden, Gimte, Hilwartshausen an der
Weser, und Escherode im Kaufunger Wald, gestaltete Johann Daniel in den Jahren 1680,
1688 und 1694 Altäre, die noch heute die alten Bruchsteinkirchen prägen, für die sie vor mehr
als 300 Jahren geschaffen wurden. Er malte auch die Tafelbilder der drei Altäre, mit
profunder Kenntnis der Heiligen Schrift und eigenwilliger Darstellung von Szenen aus dem
Leben Christi. In der Klosterkirche von Hilwartshausen ist die hölzerne Kanzel erhalten, die
Johann Daniel gestaltete und deren Evangelisten-Bildnisse er malte. Auf dem Rahmen des
Lukas-Bildes findet sich eine schwer lesbare Signatur, die nur bei bestimmtem Lichteinfall zu
e r k e n n e n ist:
JDANIEL sarazin
D E C 1688 Ebeniste
Johann Daniel war also nicht nur - wie bis dahin angenommen - der Maler der Altarbilder,
sondern ein Ebenist, Holzbildhauer, der die Altäre mit ihren reichen, farbigen
Schmuckelementen schuf: Rosen, Lilien, sogar Tulpen, Früchte, Rankenwerk u n d
pausbäckige Engelsköpfe.
In den Mündener Akten sind kleinere Werke von seiner Hand genannt. Erhalten ist in
Oberrode (bei Hannoversch Münden) ein sehr breites Ölgemälde auf Leinwand, auf dem drei 1707 verstorbene Kinder einer Familie mit Totenkronen abgebildet sind - die Darstellung eines alten Brauches, nach dem jung verstorbenen Menschen kunstvoll gearbeitete Kronen des Lebens mit ins Grab gegeben wurden.
Um 1710 zogen Johann Daniel Sarrazin und seine Frau Catharina zu ihrem ältesten Sohn Johann Christian, der Verwalter der Güter der Freiherren Spiegel von Desenberg in Bühne (bei Warburg) im Paderbörnischen war. Catharina starb im Januar 1713 und wurde bei einbrechender Nacht, ohne Geläut und Gesang, begraben - wie es der katholische Pfarrer am
17. Januar in lateinischer Sprache ausführlich in das Kirchenbuch von Bühne schrieb.
Das Kirchenbuch weist langjährige Lücken auf, und so war nicht zu ermitteln, wann Johann Daniel starb. Doch es gibt eine Steuerakte aus Bühne, nach der der Verwalter, seine Frau und des Verwalters Vatter am 13.4.1714 Rittersteuer gezahlt haben. Also lebte Johann Daniel im April 1714 noch; er ist demnach mindestens 82 Jahre alt geworden. Sicher wurde auch er wie seine Frau „in der Stille" begraben - ein alter hugenottischer Brauch, der bei hochangesehenen Personen sogar im erzkatholischen Paderborner Land möglich war.
(Quelle: Frau Krista Sarrazin)